Neue Visionen für den »FC Türk Sport«

Der neue erste Vorsitzende »Selim Baş« setzt auf nachhaltige Jugendarbeit und will den Verein als multikulturellen Treffpunkt etablieren. Davon soll mittelfristig auch die erste Mannschaft profitieren.

Schon von Berufs wegen ist »Selim Baş« ein Mann, der mit Visionen umzugehen weiß: Der Diplom-Ingenieur und Architekt hat in seiner täglichen Praxis ständig mit Entwürfen zu tun, muss Dinge andenken, die noch gar nicht Realität sind. Und diese dann tatkräftig in schmucke Bauwerke umsetzen. Auch für seinen ehrenamtlichen Job, den er seit Sommer vergangenen Jahres wahrnimmt, braucht »Selim Baş« jede Menge Fantasie: Als neuer erster Vorsitzender des »FC Türk Sport« ist er dabei, den Verein grundlegend umzubauen – bis jetzt mit Zustimmung aller Funktionsträger des Klubs.

»Der Verein ist über meinen Neffen auf mich zugekommen. Ich bin gerne als Hauptsponsor eingestiegen, habe mir aber ausbedungen, den Verein etwas anders als bisher aufzustellen«, erzählt der 40-jährige, der sich gleich mit Feuereifer an die Arbeit machte. Für »Selim Baş« war von vornherein klar, dass ein Weitermachen mit lediglich vier Mannschaften ohne jede Jugendarbeit den »FCT« in eine Sackgasse führen würde. »Unsere erste Mannschaft ist wie eine Wassermühle, die einen Bach braucht, um sich permanent zu drehen«, bemüht er einen beinahe poetischen Vergleich und fährt fort: »Immer nur ein paar Kanister Wasser draufzukippen, bringt nichts«.

Und so stampfte er binnen kurzer Zeit einen kompletten Satz Jugendmannschaften von den A-Junioren bis zu den Minikickern aus dem Boden, bot den Älteren in einer Ü 32 und einer Ü 40 eine sportliche Heimat und etablierte sogar eine Frauenmannschaft. »Mittlerweile nehmen 200 Menschen am Spiel- und Übungsbetrieb des Clubs teil«, berichtet er. Zulauf erhielt der »FCT« von den umliegenden Vereinen: »Da sind viele Leute aus unserem unmittelbaren Einzugsgebiet dabei, die bislang mangels Angeboten vor Ort auf andere Klubs ausweichen mussten.

Für »Selim Baş« ein klarer Hinweis darauf, dass der »FC Türk Sport« auf dem richtigen Weg ist. »Wir müssen uns weiter bewegen und immer neuen Input geben, dann können wir in unserem Stadtquartier wichtige Sozialarbeit leisten und den Verein zu einem multikulturellen Treffpunkt umgestalten«, sagt er. Jugendliche von der Straße zu holen und sie in ein funktionierendes soziales Umfeld zu integrieren, sei zudem aktive Kriminalitätsprophylaxe. Das ganze Projekt steht und fällt aber mit dem Sportplatz am »Kupferhammer«, dessen maroder Zustand sich als großer Klotz am Bein für alle Neuerungen entpuppt.

»Es ist ja nicht nur so, dass uns der Platz jedes Jahr die Meisterschaft kostet«, erklärt »Selim Baş«, »auch unsere anderen Projekte stoßen natürlich an ihre Grenzen, wenn wir im Winter monatelang nicht trainieren können«. Für den »FCT«-Chef ist damit klar, »dass in spätestens zwei, drei Jahren ein Kunstrasen her muss«. Für seine Visionen nimmt »Selim Baş« auch sportliche Rückschläge in der Spitze in Kauf. Trainer »Mehmet Dağdelen« musste entlassen und der im Verlauf der starken Hinrunde gereifte Plan, um den Landesligaaufstieg mitzuspielen, ad acta gelegt werden.

»So schwer es uns auch gefallen ist: Es war nicht zu verantworten, wegen der hohen finanziellen Aufwendungen für eine einzige Mannschaft die positive Entwicklung des Gesamtverein sausen zu lassen«, sagt »Selim Baş«. Manchmal müsse man aber einen oder zwei Schritte zurückgehen, um dann mit Anlauf den großen Sprung zu schaffen. »Ich bin mir ganz sicher, dass die erste Mannschaft in Zukunft von unseren Anstrengungen im Jugendbereich profitieren wird«, setzt er auf die Nachhaltigkeit der eingeleiteten Maßnahmen. Und bleibt trotz aller Zuversicht auch Realist: »Wenn es uns nicht gelingt, den Platz zu sanieren, wird es schwer«.

Quelle: www.nw.de / www.fupa.net

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